Innenministerkonferenz 2019

IMK 2019 – Was tun?

Vom 12.-14. Juni 2019 findet in Kiel die 210. Innenministerkonferenz (IMK) statt. Das seit 1954 bestehende Treffen der 16 Innenminister und ihrer Mitarbeitenden ist seit seiner Begründung eines der wichtigsten Gremien zur Koordinierung der Innen- und Sicherheitspolitik der Länder und des Bundes und tagt zweimal jährlich.

Staatsrecht und Migration werden hier von den Herrschenden ebenso routinemäßig verhandelt, wie “Terrorismusbekämpfung”, “Gefahrenabwehr” und Angelegenheiten der Polizei. Auch Verfassungsschutzaufgaben werden bei der IMK koordiniert.

Für uns Fußballfans bedeutet das, dass weiterhin intensiv daran gearbeitet wird, uns das Ausleben unserer Leidenschaft so schwer wie möglich zu machen. Bestehende Sammeldateien wie das „Verfahren SH“ und die Datei „Gewalttäter Sport, in welchen Daten zu Personen gesammelt werden, können durch das Inkrafttreten eines neuen Polizeigesetzes als Steilvorlage für den Repressionsapparat unseres Staates genutzt werden. Die Sammeldateien gehören abgeschafft, da sich diese nicht mit unserem Rechtssystem vereinbaren lassen und teilweise auf Spekulationen beruhen. Ein neues Polizeigesetzt, das der Polizei mehr Kompetenzen verleiht, gehört verhindert!

Die IMK kann und darf in keinem Fall unwidersprochen hingenommen werden. Die Innenministerkonferenz dient auch 2019 ausschließlich der Verschärfung einer ohnehin schon prekären gesellschaftlichen Situation, steht für Rassismus und Polizeistaat – und wir möchten dieser Konferenz eine klare Absage erteilen!

Wir rufen daher alle Holstein Fans auf, sich am 12.06. der Demo und dem Holstein Block anzuschließen, für unsere Werte einzutreten und Farbe zu bekennen.

Offener Brief – und jetzt?

Ziemlich genau einen Monat ist es her, dass wir über den Offenen Brief mit dem Verein in Kontakt traten und die Mängel/Einschränkungen auf der Westtribüne darlegten. Noch in derselben Woche sollte ein Gespräch stattfinden, in dem die Punkte des Offenen Briefes mehr oder minder ausführlich besprochen wurden. An dem Gespräch haben von der Vereinsseite aus teilgenommen: der Geschäftsführer (W. S.), die Leitung der Medien (W. P.), der Sicherheitsbeauftragte (J. B.), sowie drei unserer Fanbeauftragten. Somit waren die, von uns kritisierten, Bereiche der baulichen Gegebenheiten, der Sicherheit und Kommunikation durch Vereinsoffizielle abgedeckt. Doch was ist seitdem passiert?

Die Anzeigetafel:

Wie ihr wahrscheinlich schon bemerkt haben dürftet, hat die Anzeigetafel den Weg an den Rand des I-Blocks gefunden. Der vorherige Platz hat das ganze Fass erst zum Überlaufen gebracht. Die alternative Lösung, ist für uns mit Sicherheit nicht optimal, aber ein Entgegenkommen seitens des Vereins und ein Kompromiss, auf den wir uns mit den Vereinsoffiziellen einigen konnten. In dem Gespräch wurde uns das Stadionkonzept vorgestellt, das in Zukunft zwei Anzeigetafeln für die beiden Hintertortribünen vorsieht. Sollte die Westtribüne in Zukunft einen zweiten Rang, ähnlich wie die Osttribüne, bekommen, so wird auch die Anzeigetafel wieder in den Mittelbereich verschoben.

Das Problem mit den Werbebanden und der Zaunfahnenkonstruktion:

Hier gibt es leider weiterhin kein Einsehen. Die aktuelle Konstruktion wurde laut Geschäftsführung auf damaligen Wunsch der aktiven Fanszene vom Verein gebaut. Was hierbei leider völlig außer Acht gelassen wird, ist, dass es dank der hohen Werbebanden nie eine Alternative gab. Wunsch damals war sicherlich, dass die Zaunfahnen die Werbebanden überhängen dürfen, und nicht eine 80cm hohe Konstruktion, die das Sichtfeld weiter einschränkt. Die Diskussionen über die Zaunfahnenkonstruktion ist der Verein mittlerweile leid, weil man nicht alle paar Jahre, wenn es eine neue Gruppe gäbe, über Dinge verhandle, die bereits mit anderen ausgehandelt wurden. Eine ziemlich freche und überhebliche Aussage. Wenn jemand am Anfang eines Gesprächs vermittelt, dass man sich stets mit der Fanszene auseinandersetzten möchte, anschließend aber einem so die Tür vor den Kopf knallt, muss man sich über fehlende Glaubwürdigkeit nicht wundern. Das Thema war nach dem „Machtwort“ auch vom Tisch, ohne dass dies unsererseits kommentiert werden konnte.

Der Sicherheitsdienst:

Der martialisch auftretende Sicherheitsdienst ist eine Reaktion auf die Vorkommnisse vor dem Spiel gegen St. Pauli im September 2017. Die gewählten Uniformen, die bei vielen Besuchern des Stadions ein mulmiges Gefühl auslösten, sollen in Zukunft wieder abgelegt werden. Sinn hinter dem Sicherheitsdienst ist, dass dieser bei einer Eskalation im Stadion schnell eingreifen kann. Die Frage nach der Notwendig beantwortet das aber leider nicht. So verbrät Holstein bei Spielen gegen Augsburg oder Regensburg Geld für einen Sicherheitsdienst, der nicht benötigt wird, weil es nie Berührungspunkte mit den Fanszenen dieser Vereine gab.

Abschließend bleibt zu sagen, dass der Verein bereit ist, in gewissen Punkten einen Kompromiss zu schließen. Wir sind aber noch lange nicht am Ziel, nämlich an einem komplett fanszenenfreundlichem Block, angekommen. Das bedeutet, dass wir auch weiterhin nicht aufhören werden, unseren Mund aufzumachen, sollte uns etwas nicht passen. Das bedeutet, dass wir auch weiterhin für eine bunte Kurve kämpfen werden, die nicht nur akustisch, sondern auch optisch, hinter ihrem Verein und ihrer Mannschaft stehen wird!